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Die Geschichte des Münsterländchens beginnt bereits mit den Kelten. Im ersten nachchristlichen Jahrhundert folgen die Römer. Zur Römerzeit führten schon vom Norden Galliens her zwei Heerstraßen mitten durch das Münsterländchen nach Köln und Jülich. Spuren dieser römischen Vergangenheit ruhen wohlbewahrt im Boden bzw. sind heute noch sichtbar im gallo-römischen Tempelbezirk Varnenum – einer historischen Kultstätte von besonderem Rang. Etwa im dritten Jahrhundert ist diese Siedlung untergegangen. Der Boden des Münsterländchens war reich an mineralischen Schätzen. Am Breiniger Berg wurde von der Römerzeit bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts Galmeibergbau im Tagebau betrieben. Galmei ist ein bei der Verwitterung oberflächennaher Teile von vererzten Kalken aus Zinkblende entstandenes Zinkcarbonat (ZnCO 3). Im Gegensatz zu den Zinkerzlagern waren die von Eisen, Blei und Kupfer weniger mächtig. Galmei wurde schon im Mittelalter mit Kupfer vermengt und verschmolzen. Die zur weiteren Verarbeitung notwendigen Rohstoffe standen in reichem Maße zur Verfügung: das Wasser der Bachläufe, das Holz aus den reichen Beständen der Reichswälder und Steinkohle aus den nahen Revieren. Als Messing erlangte das Produkt Weltruf. Als dritte gewerbliche Säule ist die Landwirtschaft zu nennen. Von der Dreifelderwirtschaft hat sie sich bis heute zur reinen Weidewirtschaft entwickelt. Die allgemeine Entwicklung hat dazu geführt, dass die vielen kleinbäuerlichen Betriebe inzwischen den wenigen landwirtschaftlichen Großbetrieben gewichen sind. Der Landschaftsverband Rheinland schreibt dazu am 16.09.2002 an die Bürgerinitiative: „Aus der Sicht der Kulturabteilung des Landschaftsverbandes Rheinland kann ich Ihnen einige Hinweise aus kulturlandschaftlicher Sicht geben, die für Sie von Interesse sein dürften: Das großflächige Abbauvorhaben zwischen den historischen Ortslagen Kornelimünster, Breinig und Dorff stellt einen Eingriff in die über Jahrtausende gewachsene Kulturlandschaft dar. Das sogenannte „Münsterländchen“, die Klosterlandschaft der ehemaligen Reichsabtei Inda, stellt durch ihre nahezu tausendjährige Kontinuität von Besitz und Bewirtschaftung von der Gründung 814 bis zur Säkularisation ein unwiederbringliches kulturlandschaftliches Zeugnis dar und ist schutzwürdig (siehe hierzu Dissertation von Frau von den Driesch) 1). Der für das geplante Abbaugebiet geltende Landschaftsschutz dient in diesem Raum auch der Erhaltung des Gebietscharakters aus landeskundlicher Sicht unter Beibehaltung des Reliefs und der Offenlandstruktur mit weiten Blickbeziehungen. ...“ Wir erheben daher Einspruch gegen den massiven Eingriff! Rettet das Münsterländchen vor der Zerstörung! 1) Dissertation von Ursula von den Driesch – Historisch-geographische Inventarisierung von Persistenten Kulturlandschaftselementen des ländlichen Raumes als Beitrag zur erhaltenden Planung, Bonn 1988
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